Der letzte Mord 
Originaltitel: Sista kontraktet
Schweden, Norwegen, Finnland 1998, 114 min., FSK: ab 12
Regie: Kjell Sundvall
Drehbuch: Mats Arehn, Johann Bogaeus, Börje Hansson,
Hans Ake Gabrielsson, Steve Jansson, Kjell Sundvall
Nach einem Roman von Jon W. Grow
Darsteller: Mikael Persbrandt, Michael Kitchen, Pernilla August
Zwölf Jahre nach der Ermordung des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme kam Kjell Sundvalls Thriller in die heimischen Kinos. Damals wie heute ist das Attentat nicht aufgeklärt. In „Der letzte Mord“ wird eine plausible Erklärung für die Tat gefunden.
Im Mittelpunkt des Filmes steht der Polizist Roger Nymann (M. Persbrandt – bekannt durch die „Kommissar Beck“-Reihe), der seiner Familie zuliebe den gefährlichen Streifendienst gegen einen vermeidlich ruhigen Schreibtischjob beim Betrugsdezernat eintauscht. Als er einen mit falschen Papieren nach Schweden eingereisten Mann überprüfen soll, stellt sich heraus, dass dieser ein von Interpol gesuchter Profikiller ist.
Nymann beschattet den Mann. Schon bald kommt ihm ein schrecklicher Verdacht, wer das Opfer sein wird. Als er mit diesen Erkenntnissen zu seinem Vorgesetzten geht, wird Nymann von seinem Fall entbunden…
Sundvall bedient sich der Rückblendetechnik, was im Thriller-Genre oft zu Langeweile oder Verwirrung führt, in diesem Fall aber die Spannung langsam ansteigen lässt, da der Ausgang – zumindest was die Ermordung Palmes betrifft – bekannt ist. Geschickt montiert er zudem die Rekrutierung des Killers, seine Vorbereitung und die Tatausführung gegen die Ermittlungen Nymanns und dessen private Probleme. Ähnlich wie bei Zinnemanns „Der Schakal“ wird in diesem Film die Spannung behutsam aufgebaut, was ihn positiv von vielen anderen dieses Genres abhebt, die Action mit Suspense verwechseln.
Als ich „Der letzte Mord“ kurz nach seinem Erscheinen gesehen habe, erschienen mir die Originalaufnahmen von Palmes Reden, die immer wieder im Film auftauchen, sehr radikal. So vergleicht Palme den Vietnamkrieg mit den Verbrechen der Nazis und stellt sich offen gegen die westliche Marktwirtschaft. Beim erneuten Schauen der DVD zeigt sich jedoch, wie aktuell Palmes Worte im Kontext zu den heutigen Krisen (Irak-Krieg, globale Rezession) sind. Dieser Zwiespalt zieht sich durch den ganzen Film. Palme wurde entweder geliebt oder gehasst.
Ein weiteres Geheimnis ist bis heute nicht gelüftet worden: Wer verbirgt sich hinter dem Pseudonym John W. Grow? Der Autor des Romans, der dem Drehbuch zu diesem Film zugrunde liegt, scheint über einiges Insiderwissen über die polizeilichen Ermittlungen und verdeckten Hintergründe des Attentats zu verfügen. Bei den Verhandlungen zu den Filmrechten ließ er sich durch seine Londoner Anwälte vertreten. Mutmaßungen, dass es sich bei dem großen Unbekannten um den bekannten schwedischen Thriller-Autor Jan Guillou handeln soll, hat dieser immer vehement von sich gewiesen.